Die Kaffeeröste

Am 18. Juli kommt unser neues Exponat des Monats auf die Bühne: die Kaffeeröste, oder besser: gleich drei verschiedene Modelle davon.

Noch vor wenigen Jahrzehnten gab es auf dem Lande keinen fertig gerösteten Kaffee. Man röstete selbst und Zuhause. Und weil die rohen Kaffeebohnen so teuer waren, streckte man sie mit billigeren Rohstoffen wie Zichorie und Roggen.
In der einfachsten Form erfolgte das Rösten: in einer Bratpfanne! Aufwendiger waren dann schon die Kaffeeröste am Stiel und die Trommelröste – letztere sehen Sie oben im Bild.

Dr. Eduard Kück schildert das Kaffeekochen 1906 in seinem Das alte Bauernleben der Lüneburger Heide folgendermaßen: 


Man kochte ihn im Teekessel; der gemahlene Kaffee wurde in das Wasser gegeben und stark Cichorien (Ciguren) zugesetzt. Die Cichorien baute man selber, die Wurzeln wurde in Stücke geschnitten, diese im Kaffeebrenner gebrannt und auf der Kaffeemühle gemahlen. Der Einfachheit halber kam der Teekessel, schwarz wie er war, auf den Tisch. Als Untersatz diente ein rundes Brett oder ein runder Strohkranz, auch ein besonderes Gerät (Wippel), bei dem das Brett sich um ein mitten darunter befindliches Gestell drehte, so daß der Kessel, ohne auf-gehoben zu werden, niedergedrückt und aus ihm einge-schenkt werden konnte. War Besuch da, so fand die Messingkanne Verwendung. Aus dem in der Tasse umher-schwimmenden gemahlenen Kaffee machte man sich nichts. Lat man, sagte der Bauer, wenn die Frau etwa den Satz ausspülen wollte, dat Dicke hett das meiste Gild köst. Die umgestülpte Tasse war das Zeichen, daß der Betreffende nicht mehr mochte.

Zum Internationalen Tag der Museen 2021 werden wir Ihnen Kaffee à la 1860 rösten und zubereiten. Wir sind auch gespannt, wie das wohl schmecken wird! Vorher jedoch freuen wir uns, wenn Sie in den nächsten Wochen vorbeikommen, um sich die Kaffeerösten anzuschauen. Und Sie wissen ja: Es gibt so viel mehr bei uns!

Foto: Klaus Mayhack

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