Hut- und Haubenschachteln

Botschafter und Bewahrer aus früheren Zeiten

Zum vorletzten Mal in dieser Saison ist es soweit: Ab dem 19. September können Sie das neue „Exponat des Monats“ in unserem Rundlingsmuseum bestaunen: es handelt sich dabei um eine detailreich bemalte Hut- bzw. Haubenschachtel.

Prächtig bemalte Spanschachteln für Hüte, Hauben oder Trachten wurden wie Familienerbstücke behandelt und an die nächste Generation weitervererbt. Nicht selten stand ein einprägsamer Spruch auf den Schachteln, der dann auch etwas von der Familiengeschichte weitererzählte:

„Auf dem Markt von Satemin – da danz ick mit min Kathrin“.

Ebenso wie in unserer heutigen Zeit wollte man auch in früheren Jahrhunderten verschiedene Dinge des Alltags sammeln und aufbewahren. Unsere Vorfahren benutzen dafür natürlich keine Schachteln und Kisten aus Papier, Pappe oder Plastik wie wir heute, sondern aus ganz dünn geschnittenem Holz, den Holzspänen.

Hergestellt wurden diese Spanschachteln am häufigsten in Oberbayern und Thüringen, aber auch in Havelberg im heutigen Sachsen-Anhalt. Sie hatten einen Deckel, und es gab sie in verschiedenen Formen und Größen, bemalt oder unbemalt. Männer, welche die Schachteln zum Aufbewahren oder Sortieren von Arbeitswerkzeugen oder Kleinmaterialien in der Werkstatt benutzten, wählten wahrscheinlich unbemalte Schachteln, während die Frauen eher die einfach bemalte Variante für die Aufbewahrung von kleineren Textilien wie Tüchern oder Haushaltsutensilien bevorzugten.

Den Detailreichtum unserer Hut- und Haubenschachtel können Sie ab sofort selbst betrachten. Gleichzeitig wird die gesamte neu gestaltete Hut- und Haubenschachtel-Ausstellung im Großen Seminarraum zu bewundern sein: Nicht an vielen Orten in Deutschland kan man so viele bemalte Hut- und Haubenschachteln versammelt und kommentiert sehen. Also: Vorbeischauen lohnt sich!

Foto: Klaus Mayhack

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