Parums Welt

Johann Parum-Schultze war Bauer, Dorfschulze, Chronist und der letzte „Ohrenzeuge“ der wendländischen Sprache.

Die Bilder der Süthener Malerin Heide Kowalzik – in Acryl gemalt und schwarz-weiß gehalten – zitieren aus seinen Handschriften, zeigen die Tierwelt und das tägliche Leben seiner Zeit. Hier eine kleine Auswahl dieser herrlichen, ungewöhnlichen Werke.

Spruchbalken
____________________________________________________________________________________________________________
Drei schöne Dinge sind, die Gott und den Menschen wohl gefallen: wann Brüder eins sind und die Nachbarn sich lieb haben und Mann und Weib miteinander wohl umgehen.
                                                                  Sirach 25
 
(Spruchbalken am Johann-Parum-Schultze-Haus, jetzt Rundlingsmuseum)
Hochzeit
____________________________________________________________________________________________________________
Ich, J.P.S. haben von Crummassel Catharina Gröpcken, Christjahn Gröpcken Tochter, gefreiet. 1710 ist die Hochzeit gewesen. Habe an Gelde mit gefreuet 120 thlr. Und wass sonsten Landes Recht mit sich bringt. Sie ist gestorben 1732 den 16. Januar, ihres Alters 43 Jahr und 8 Tage; 21 Jahr in die Ehe gelebet, 9 Kinder gezeuget, 3 sind todt und 6 Lebend noch.
  • Glaffatz‘ Tochter
    ___________________________________________________________________________________________________________
    Umb 1708 ist ein Mensch von Müggenburg gerichtet worden, welcher ihr Kind hat gleich nach der Geburt getödtet und in das Bettstroh werborgen …
    Ob sie mit dem Pastoren oder dessen Sohne zugehalten, ist so eben nicht ruchbar gewesen. Ihr Häupt sole auf einen hohen Pfahl. Die Fräunde haben bey den Churfürst die Gnade erhalten, das er ist nicht aufkommen.
  • Kreuzbaum
    ____________________________________________________________________________________________________________
    Da ich noch ein Knabe war, da standen in allen Dörfern hohe lange aufgerichtete Bäume, oben ein Querholz gleich einer Cränz, ganz oben eine eiserne Stange mit einem Weyer-Ann, von unten an zweyen Seiten mit hölzern langen Nageln inein geschlagen, das man könnte oben bey den Hanen in an steigen. …
    Ein solch Jubel Geschrey und gros Fest haben sie gehalten, dasz aus Sauffen und Tanzen bestanden hat, und dasz Etzliche Tage in durch zu Carmitz ist dieses geschehen.

Die Bilderausstellung war vom 1. April bis 31. Oktober 2017 während der Öffnungszeiten im Museum zu sehen.

Wer mehr sehen möchte, hier die Homepage der Künstlerin.

Bitte streuen Sie die Nachricht - danke!