Die Schapschüffel

Lenken und Steuern von Schafen

Das neue Exponat des Monats – diesmal eine sogenannte „Schapschüffel“ – können Sie ab dem 22. August in unserem Heimathaus bestaunen. Aber was ist das denn? Wer ein wenig Plattdeutsch beherrscht, erkennt sofort, was dahinter steckt: Schaf-Schaufel.

Dabei handelt es sich um ein sehr pfiffiges Stück Schmiedearbeit, das am Ende eines etwa zwei Meter langen Stiels angebracht ist. Auf der einen Seite besteht die Schapschüffel aus einer kleinen Mulde, ganz ähnlich einer kleinen Garten-Pflanzschaufel. Damit nahm der Schäfer etwas Erde auf und bewarf damit ein Schaf, falls es sich in der Richtung irrte oder sonst wie auf Abwege kam und zurückbeordert werden musste. Auf der anderen Seite befindet sich ein Haken mit abgerundeter Spitze, um bei der Anwendung Verletzungen zu vermeiden. Denn mit diesem Haken umfing man einen Hinterlauf eines Schafes und konnte es so aus einer Herde herausfischen, um es beispielsweise zu behandeln.

Mindestens genauso wichtig war folgende Funktion: Schrägt angesetzt, stützte sich der Schäfer ab und konnte in dieser typischen Ruhestellung seine Herde bewachen. So entstand der Urbild des Schäfers, ruhend, den Blick auf die Herde und immer wachsam.

Denn in seiner Ruheposition waren die Arme des Schäfers doch in steter Bereitschaft, um die Scharpschüffel zur Erde zu senken. Nicht umsonst war der Status des Schäfers auf großen Höfen und Gütern noch oberhalb des Großknechts – ein wichtiger Mann mit pfiffigem Werkzeug!

Imker Marco Otte, der auch Leineschafe auf dem Museumsgelände hält,
im Einsatz mit dem neuen Exponat des Monats.

Fotos: Klaus Mayhack / Daniela Ohm

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