Tracht & Pracht

Es ereignen sich auch wunderbare Geschehnisse dieser Tage. So haben wir ein sorgfältig verschnürtes Paket von Frau Anders aus Destedt erhalten, dem sich unser Dokumentar Boni Goldlücke sogleich mit Hochachtung und Freude annahm. Man beachte die Baumwollhandschuhe, unerlässliches Werkzeug bei der Inventarisierung historischer Originale.

Denn um nichts weniger handelt es sich bei den Schätzen, die Frau Anders uns zukommen ließ: Bestandteile original wendländischer Trachten aus dem 19. Jahrhundert. Unser Dokumentar schätzt das Alter bei einer ersten Übersicht auf etwa 130 bis 150 Jahre. Wenn man ein solches Stück in Händen hält, seine feine Textur spürt, die filigranen Strick-, Stick- und Webarbeiten beäugt, und der leise Lavendelduft des natürlichen Mottenschutzes auch noch das Riechorgan in andere Zeiten versetzt, ja dann schaudert es schonmal hinterrücks vor Wonne. Man stellt sich Frau Anders‘ Großmutter vor, eine geborene Schmidt aus Göttien, wie sie die guten Stücke seinerzeit in Empfang nahm und hütete, bis sie zwei Generationen weiter hier ins Rundlingsmuseum in die Heimat zurück kehren.

Es handelt sich, so unser Dokumentar mit Kennerblick, um zwei Seidenschürzen, drei Baumwollschürzen, eine Timpmütze, zwei Spitzenkragen, einen Handbeutel und ein Tülltuch sowie zwei paar Handschuhe (sehr zierlich das Ganze!). Die Objekte werden jetzt fotografiert, vermessen, datiert und in unsere Museumsdatenbank überführt. Wann das eine oder andere als „Objekt des Monats“ (eine neue Reihe, die wir demnächst starten, seien Sie gespannt) für Sie erscheint, steht noch aus.

In der Zwischenzeit kommen Sie doch zu uns und bewundern die einzige Trachtensammlung wendländischer Trachten überhaupt in unserem Trachtenhaus. Allein diese eine Reise wert! Und dabei haben wir noch viel mehr!

Ach ja, noch eins: Nieder mit geschmackloser Wegwerfmode! 🙂

Foto: Daniela Ohm

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